Vorteile des Nordic Walking

Bei richtiger Technik ist es ein Ganz-Körpertraining, dass nicht nur die Funktionsfähigkeit des gesamten Organismus verbessert. Nordic Walking ist dabei auch Gelenk-schonender und, durch die hohe Muskelbeteiligung (90 Prozent, also etwa 600 Muskeln), und sorgt für einen höheren Energie-Verbrauch als das normale Walken. Die Verbreitung und der Bekanntheitsgrad als eine verträgliche Ausdauersportart, vor allem auch für ältere Sportler, denen das Joggen nicht mehr möglich ist, erfährt weiterhin starke Zuwachsraten.

Vorteile des Nordic Walking
Das regelmäßige Betreiben der finnischen Sportart hat positive Auswirkungen auf unseren Körper. Dadurch, dass die Belastungsspitzen in Gelenken und Knochen deutlich geringer sind als beim Joggen oder auch beim Walken ohne Stockunterstützung, ergeben sich die Vorteile gegenüber diesen Formen des Ausdauer-Trainings. Im Folgenden sollen die physiologischen und psychologischen Trainingseffekte eines Nordic Walking Programms detailliert aufgeführt werden. Hierbei sind
sieben Körperfunktionen besonders herauszuheben:

  1. Bewegungsapparat
  2. Herz-Kreislauf-System
  3. Atmung
  4. Stoffwechsel
  5. Immunsystem
  6. Nerven- und Hormonsystem
  7. Psyche

Bewegungsapparat

Der Bewegungsapparat teilt sich grob in Muskeln, Sehnen/Bänder und Knochen/Gelenke auf. Die Auswirkungen auf das Muskelsystem beziehen sich vor allem auf die Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Diese resultiert aus der Erhöhung der Sauerstoff-Aufnahmefähigkeit der ST-Muskelfasern (langsam kontrahierende Fasern, die bei  längerfristigen Leistungen beansprucht werden), einhergehend mit der Vermehrung der Anzahl von Mitochondrien (Kraftwerke der Muskelzellen), die für einen verbesserten Stoffwechsel und eine erhöhte Ermüdungsresistenz sorgen. Die Bildung von Kapillaren, den kleinsten Blutkanälen, sorgt für eine vermehrte Durchblutung der Muskulatur, die einen besseren Sauerstoffaustausch und verbesserte Energieproduktion zur Folge hat. Beim Nordic Walking wird in etwa 90 Prozent der Körpermuskulatur beansprucht. Das bedeutet, dass durch den zusätzlichen Stockeinsatz auch die zur Abschwächung neigende Rücken-, Schulter-, Nacken-, Hals-, Arm- und Brustmuskulatur einen Trainingseffekt erfahren und dem, auch altersbedingten, Abbau vorgebeugt wird. Die positiven Auswirkungen eines Nordic Walking-Trainings auf Bänder und Sehnen beziehen sich hauptsächlich auf eine Verbesserung der Versorgung und Durchblutung. Diese resultiert aus einer kontinuierlichen Belastung, die das Nordic Walking hervorbringt, und somit der dauerhaften Anpassung des Band- und Sehnenapparats an auftretende Kraftverhältnisse. Auch Knochen und Gelenke erfahren positive Veränderungen. Durch ein regelmäßiges Training kommt es ebenfalls zu einer besseren Versorgung mit Mineral- und Ernährungsstoffen. Da diese durch Diffusion die Gelenke ernähren und eine Diffusion durch Bewegungen gefördert wird, ist eine langfristiges, vollamplitudiges (über den gesamten Bewegungsspielraum) Nordic Walking-Training sehr empfehlenswert.

Herz-Kreislauf-System

Das Herz-Kreislauf-System erfährt durch Nordic Walking eine große Anzahl positiver Anpassungserscheinungen. Zunächst kommt es durch Vermehrung der roten Blutkörperchen zu einer erhöhten Sauerstoff-Transportkapazität. Dieses führt zu geringerem Ruhepuls, Belastungspuls und Blutdruck – was eine Entlastung des Körpers bedeutet. Gerade eine verringerte Thrombosegefahr und eine Erhöhung des Herzvolumens, verbesserte Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Herzens sind positive Auswirkungen, die den Ausdauersport auch für ältere Menschen interessant machen. Durch die Erhöhung der Lebenserwartung der Gesellschaft sind Herzinfarkte, Krampfadern oder Verschluss-Krankheiten akute Probleme, denen entgegengewirkt werden kann. Eine Erleichterung des venösen und arteriellen Blutstroms führt hier zu einer verbesserten  Schutzfunktion.

Atmung

Jeder Mensch atmet in Ruhe ungefähr 24.000 Mal am Tag. Dieser Wert kann durch ein Nordic Walking-Ausdauertraining deutlich reduziert werden.

Durch die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Lunge (höhere Effizienz des Atmungsorgans), die Einsparung der Atmung (geringere Steigerung der Atmungsrate unter Stress) und die Erhöhung der Sauerstoffaufnahme werden äußerst wichtige positive Effekte erzielt, die vor allem beim regelmäßigen Training auftreten. Auch eine verbesserte Versorgung des Lungenorgans selbst, durch Durchblutungs-Vorteile und Verbreiterung der Lungenvenen und -arterien, erhöht die Lungenfunktion.

Stoffwechsel

Vor allem für die heutzutage immer zahlreicher auftretenden Cholesterin-Problemfälle kann Nordic Walking ein probates Gegenmittel sein. Das Training geht mit dem Absinken erhöhter Blutfettwerte (Triglyceride) und des für den Körper schädlichen LDP-Cholesterins einher, so dass kontinuierliches, sanftes Training für solche Patienten eine Zustands-Verbesserung zur Folge hat. Auch zur Vorbeugung der Altersdiabetes, aufgrund der verringerten Insulin-Empfindlichkeit, trägt das sportliche Betätigen bei. Dass der Stoffwechsel zum Energieaufbau (Glykolyse, Zitronensäurezyklus, Atmungskette) durch Ausdauer-Training positiv verändert wird und somit schneller und länger mehr Energie bereitgestellt werden kann,  ist für unsere Leser sicherlich auch kein Geheimnis mehr.

Immunsystem

Nordic Walking trägt wie andere Ausdauersportarten zur Stärkung des Immunsystems bei. Die Erhöhung der Antikörpermenge, Steigerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten, Fresszellen) und der Killerzellen zur Bekämpfung von Viren und Tumorzellen sind die wichtigsten Eigenschaften eines von Ausdauersport aktivierten Körpers.

Nerven- und Hormonsystem

Das Hormonsystem ist ein äußerst komplexes Gebilde, welches hier  nicht ausreichend dargestellt werden kann. Es soll das Ziel sein, die positiven Reaktionen des nervalen und hormonellen Organismus auf regelmäßiges Nordic Walking zu verdeutlichen. Der erste Schritt ist die Optimierung der vegetativen Regulierung (eine schnellere Erholung, positiver Einfluss auf Schlafstörungen, Nervosität und Konzentrationsstörungen). Darüber hinaus wird eine erhöhte Leistungsfähigkeit durch eine Ökonomisierung des hormonellen Systems, das heißt eine gezieltere und besser gesteuerte Hormonausschüttung, erreicht. Auch eine verbesserte Bewegungssteuerung durch eine koordinative und  konditionelle Anpassung zählt zu den wichtigen Auswirkungen.

Psyche

Die psychischen Vorteile eines komplexen Ausdauertrainings sind für das Wohlbefinden des Tätigen meist von ebenso großer Bedeutung wie die körperlichen. Nach einem Nordic Walking-Gang wird sich durch die körperliche Anstrengung und Hormonausschüttung ein Wohlbefinden einstellen, man entwickelt mit der Zeit ein entsprechendes Körperbewusstsein. Außerdem wird durch den Sport, der Anfängern leicht zugänglich und zudem einfach zu betätigen ist, ein Gesundheitsbewusstsein geschaffen, dass mit besserer Ernährung und  intensiverer Achtung vor dem Körper einher geht, wenn man sich ernsthaft mit dem Sport auseinandersetzt. Die Anpassung des Lebensstils an die sportliche Aktivität sollte das erklärte Ziel sein, um die körperlichen Auswirkungen auch komplett auf die Psyche übertragen zu können. Daneben führt das Erleben der Natur und der sozialen Kontakte beim Sporttreiben in der Gruppe zu einer verbesserten psychischen Gesamtsituation.

Warum Nordic Walking und nicht Joggen oder Walken?

Nordic Walking ist um 40-50 Prozent effektiver als Walking ohne Stöcke. Dadurch, dass durch den zusätzlichen Stockeinsatz ungefähr 90 Prozent der Körpermuskulatur in die Bewegung eingebunden wird, kommt es zu einem enorm hohen Energieverbrauch und gleichmäßiger Ausbildung der Muskeln. Es wird vor allem muskulären Dysbalancen entgegengewirkt, die zum Beispiel zu Haltungsschäden, Wirbelsäulen-Erkrankungen und Störungen des Bewegungs-Apparates führen können. Das Benutzen der Stöcke hat eine Verringerung der Belastungsspitzen  in Gelenken zur Folge. Dadurch, dass die Arme einen Teil des Gewichts tragen, werden ungünstige Überlastungen vermieden, die zum Beispiel beim Joggen auftreten. Vor allem gewichtigere Personen können so einen Ausdauersport betreiben, auch wenn sie bereits Probleme in Fuß- oder Kniegelenken haben. Nordic Walking trainiert vier der fünf motorischen Bewegungsparameter: Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination (nicht Schnelligkeit). Steigerungen der einzelnen Leistungsfähigkeiten werden bereits durch zweimaliges Gehen in der Woche erreicht, wobei eine Trainingseinheit auf keinen Fall kürzer als eine halbe Stunde dauern sollte, da sonst die Effekte relativ gering bleiben und teilweise sogar ganz ausbleiben.

Es ist also offensichtlich, dass der Trend zum Nordic Walking kein Zufall ist, sondern in ihm physische und psychische Vorteile zu Tage treten. Wer sich entschließt, etwas für seinen Körper tun zu wollen, kann mit Nordic Walking absolut nichts verkehrt machen!

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